Geschichte begreifen und Verantwortung übernehmen beim Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Obwohl die Zeit des Nationalsozialismus schon im GPB-Unterricht für gedrückte Stimmung sorgte, bot Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen den Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen am 23. Oktober 2025 die Möglichkeit, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern zu erleben. Und das mit all ihrer emotionalen Wucht und ihren Fragen an die Gegenwart. 

Neben der Führung über und durch das Lagergelände machten auch der Abstieg über die Todesstiege und der Blick auf die hohe Fallschirmspringerwand die Unmenschlichkeit des Systems nationalsozialistischer Zwangsarbeit auf beklemmende Weise greifbar und zeigten, wozu Menschen fähig sind, wenn Menschlichkeit, Empathie und Verantwortung verloren gehen.

Statt eines klassischen Berichts sollen diesmal die Stimmen der Jugendlichen selbst sprechen. Ihre Gedanken und Eindrücke zeigen, was dieser Ort in ihnen ausgelöst hat und warum es so wichtig ist, sich zu erinnern:

“Durch die leeren Räume und Gänge von Mauthausen zu wandern, in denen so viel Leid und Tod stattgefunden hat, hat sich nicht real angefühlt. Es hat sich nicht real angefühlt, aber es war nur allzu real, realer als ich mir jetzt nach nur zwei Stunden vorstellen könnte, realer als sich irgendjemand vorstellen könnte. Deswegen sind Gedenkstätten wie Mauthausen so wichtig, um uns alle daran zu erinnern, wie real dieses unglaubliche Leid in der Geschichte der Welt war.” Sihem Gheddou, 8b

“Ich finde, jeder, der heute Hass verbreitet, sollte sehen, was damals passiert ist und wie schnell es gehen kann, wenn Menschen wegsehen.” Larisa Jelica, 8b

“Das KZ Mauthausen ist etwas, das man gesehen und besucht haben MUSS. Es ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte und wir sind verantwortlich dafür, dass sich so etwas Grausames nie wiederholt.” Lara Scheidl, 8a

“Der Besuch des KZ Mauthausen hat mir gezeigt, wie unvorstellbar grausam Menschen miteinander umgehen können. Den Ort in echt zu sehen, statt nur im Unterricht darüber zu lernen, hat mich nochmal in einer anderen Art und Weise getroffen und mir klargemacht, dass dieses Geschehen nicht einfach „Geschichte“ ist, sondern real.” Tatjana Savković, 8a

“Die heute oft vertretene Einschätzung, dass viele nichts mitbekommen hätten oder zu diesen Taten gezwungen worden wären, ist falsch. Es wurde nichts versteckt, sogar öffentliche Festlichkeiten waren in Sicht- & Hörweite.” Cole Ritter, 8a

“Ich finde, jede Schule in Österreich sollte mindestens einmal einen Ausflug in ein KZ-Lager machen. Ich habe oft gehört, wie schlimm es gewesen ist, aber vor Ort wurden mir so richtig die Augen geöffnet. Es ist etwas komplett anderes, es in echt zu sehen. Ich bin noch immer schockiert.” Ivana Gasparevic, 8b

Mag. Yvonne Bayreder