Am 24. Oktober 2025, dem Tag der Vereinten Nationen, wurde am Platz der Vereinten Nationen in Wien das Denkmal „Blume von Srebrenica“ feierlich enthüllt. Entworfen wurde es von einem Künstlerteam unter der Leitung von unserem Kunstprofessor Hajrudin Diman. Das Denkmal ist den Opfern des Völkermords von Srebrenica gewidmet und erinnert daran, dass Europa und die internationale Gemeinschaft aus den Verbrechen der Vergangenheit Verantwortung für Gegenwart und Zukunft ableiten müssen.
An der Zeremonie nahmen die Mütter von Srebrenica, hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Österreich und Bosnien und Herzegowina sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten internationaler Organisationen teil. Unter den Ehrengästen befanden sich Beate Meinl-Reisinger, Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten, und Željko Komšić, Vorsitzender des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina. Das Projekt wurde vom Verband bosnisch-herzegowinischer Vereine in Österreich „Consilium Bosniacum“ in Zusammenarbeit mit Institutionen aus Österreich realisiert.
Das Denkmal ist als kreisförmiges Bauwerk mit einer Kuppel angelegt, einer Form, wie man sie von Pavillons, Mausoleen und Rundtempeln kennt. Elf weibliche Figuren, silhouettenhaft als Mütter von Srebrenica dargestellt, tragen die Blume von Srebrenica in Form einer Kuppel. Trotz der filigranen Anmutung besitzt das Werk mit 4,5 Metern Durchmesser und 3,6 Metern Höhe eine deutlich monumentale Dimension. Alle Elemente, einschließlich des zentralen Prismas mit Gedenktafeln in bosnischer, deutscher und englischer Sprache, bestehen aus weiß-silbernem, verzinktem Stahl.
Beim Betrachten entsteht der Eindruck, dass die Figuren die Blume mit Leichtigkeit tragen, während die Blume zugleich die Figuren nach oben zu heben scheint. Um den Text auf der Gedenktafel lesen zu können, muss man in das Innere des Denkmals treten und wird so gleichsam Teil des Gedenkraums. Die „Blume von Srebrenica“ schafft damit einen Ort, der stille Erinnerung ermöglicht und zur Auseinandersetzung mit Geschichte, Verantwortung und Menschenrechten anregt.
Ivo Fina

